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Kardinal Marx zu Fritz Gerlich: „Wir müssen wach sein“
Mit dem Fritz-Gerlich-Filmpreis erinnern die Erzdiözese und das kirchennahe Medienunternehmen Tellux an den gleichnamigen Münchner Journalis...
Kardinal Reinhard Marx mahnt davor, nach dem Wahlsieg der Alternative für Deutschland (AfD) bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt in Resignation zu verfallen. „Dieses Wahlergebnis für eine gesichert rechtsextremistische Partei ist furchtbar und niederdrückend – aber es ist nicht das letzte Wort", kommentiert der Erzbischof von München im Gespräch mit der Mediengruppe „Münchner Merkur/tz“ den Ausgang der Landtagswahlen am Sonntag (6. September). Laut vorläufigem Endergebnis errang die AfD 43,8 Prozent der Stimmen und verpasste damit die absolute Mehrheit der Stimmen nur um drei Sitze.
Kardinal Marx mahnt: „Es kommt darauf an, dass die große Mehrheit in unserem Land nun offen und aktiv für Freiheit, Demokratie und den Rechtsstaat eintritt. Es liegt an uns, dass wir für Menschenwürde, Respekt und Toleranz kämpfen, dass wir laut und vernehmbar widersprechen, dass wir Widerstand leisten, wenn unsere Überzeugungen bedroht sind."
Der Kardinal betont: „Ich möchte allen den Mut dazu zusprechen: Trauen wir uns! Als Christen glauben wir an die gleiche Würde aller Menschen. Dagegen sei „völkischer Nationalismus mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar, das haben die deutschen Bischöfe unmissverständlich in einer gemeinsamen Erklärung vor mehr als zwei Jahren deutlich gemacht". Auch der Kardinal selbst hatte schon damals klare Worte gegen AfD-Funktionäre in kirchlichen Gremien gefunden: „Ich kann nicht akzeptieren, dass ein Funktionär der AfD Mitglied eines Gremiums ist“, hatte Marx im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt und dies damit begründet, dass, wer das eigene Volk für höherwertig halte, die gemeinsame Diskussionsgrundlage verlasse.
Die christlichen Kirchen äußern sich am Tag nach der jüngsten Wahl ebenfalls besorgt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Reverend Christopher Easthill, forderten die AfD auf, die Landesverfassung sowie das Grundgesetz „uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren".
Für sie steht fest: „Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.“ Sie würden auch weiterhin alles, was die Demokratie trage, unterstützen und zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Dafür bedürfe es vor allem auch Orte des Zusammenseins, des Dialogs und der Verständigung, wofür auch Kirchen wichtige Begegnungsorte sein könnten. (uq)