Johannes Trischler ist neuer Vorsitzender des Katholikenrats der Region München. Rund 80 Mitglieder des höchsten Laiengremiums in der Seelsorgsregion München der Erzdiözese München und Freising wählten den 39-jährigen Juristen bei ihrer Vollversammlung am 3. Juli 2026 im Haus der Weltkirche.
Trischler gehört dem Pfarrverband Altschwabing an. Sein gesellschaftliches Engagement begann in der Ministrantenarbeit und in katholischen Jugendverbänden. Er war Mitglied des Stadt- und Regionalvorstands des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) in der Region München, engagierte sich im Münchner Jugendrat sowie als Studierendenvertreter an der Ludwig-Maximilians-Universität. Aktuell ist Trischler ehrenamtlich im Vorstand des Kreisjugendrings München-Stadt sowie seit 18 Jahren als Mitglied des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann tätig. Der Volljurist hat berufliche Stationen in der freien Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung durchlaufen, momentan ist er Baujurist der Stadt Freising. Trischler engagiert sich seit 2016 im Diözesanrat und seit 2020 im Katholikenrat.
Der Katholikenrat der Region München wird von den katholischen Laien gewählt und repräsentiert sie. Er setzt sich zusammen aus Delegierten der Dekanatsräte, der muttersprachigen Gemeinden, der katholischen Verbände und Gemeinschaften des Laienapostolats, zudem Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen, Berufsgruppen und Ordensgemeinschaften sowie hinzugewählten Personen des öffentlichen Lebens. Auf der Grundlage der Botschaft Jesu Christi und des katholischen Glaubens nimmt er zu regionalen Themen aus Kirche und Gesellschaft Stellung und ist Gesprächspartner für kirchliche, kommunale und andere nichtkirchliche Institutionen.
Der Katholikenrat versteht sich als Seismograph und Sprachrohr der Katholiken in der Region, der die Leitung des Erzbistums berät und unterstützt. Er nimmt eine Vermittlerrolle ein und vernetzt Kirche mit der Gesellschaft. Um engagierte Christen zu motivieren und zu stärken, gibt er Impulse und unterstützt die Anliegen der Pfarrgemeinden, der muttersprachigen katholischen Gemeinden und der katholischen Verbände und Vereine und sucht den Dialog mit den Vertretern anderer Konfessionen und Religionen. Der Katholikenrat wirkt darüber hinaus bei Gottesdiensten und Veranstaltungen mit, zum Beispiel beim Bennofest, der Fronleichnamsprozession und der Andacht im Mai in der Bürgersaalkirche.
In den vergangenen vier Jahren beschäftigte sich das Gremium intensiv mit bildungspolitischen Fragestellungen oder dem veränderten Kommunikationsverhalten in Kultur und Gesellschaft. Zudem begleitete es kirchliche Entwicklungen und Neuorganisationsprozesse, etwa die Dekanatsreform.
Johannes Trischler folgt auf Hiltrud Schönheit, die nach zwölf Jahren an der Spitze aus familiären Gründen nicht erneut antrat und sich aus dem Gremium zurückgezogen hat. Christoph Klingan, Generalvikar der Erzdiözese München und Freising und zuständig für die Seelsorgsregion München, würdigte die langjährige Vorsitzende und dankte ihr für ihr Engagement. Schönheit habe als Katholikenratsvorsitzende das kirchliche Leben in München „mit großem persönlichem Einsatz“ mitgestaltet und sei stets „konstruktiv-kritisch“ gewesen „im Bemühen um Fortentwicklung und strukturelle Veränderungen in der Kirche, motiviert von unserem großen gemeinsamen Ziel, die frohe Botschaft Jesu Christi in unserer Zeit glaubhaft zu verkünden“, so Klingan bei Schönheits Verabschiedung im Rahmen der Vollversammlung des Katholikenrats am Freitagabend.
Generalvikar Christoph Klingan über die scheidende Vorsitzende Hiltrud Schönheit„Eine Kirche, die in die Gesellschaft hineinwirkt und die Werte des Evangeliums vertritt, war ihr Anspruch.“
Schönheit sei über viele Jahre „sehr präsent“ und ein prägendes Gesicht des Laienkatholizismus in der Seelsorgsregion gewesen, insbesondere in der Stadt München, so Generalvikar Klingan. Ihr Engagement sei „nicht nur binnenkirchlich angelegt, sondern ökumenisch, interreligiös und gesellschaftspolitisch. Eine Kirche, die in die Gesellschaft hineinwirkt und die Werte des Evangeliums vertritt, war ihr Anspruch“, sagt Klingan über Schönheit, die auch auszeichne, „bei Differenzen in der Sache dialogbereit zu bleiben; etwas, das gerade in unserer Zeit so wichtig ist“. Abschließend dankte Klingan Schönheit für ihr engagiertes Wirken als Vorsitzende des Katholikenrats und das „synodale Miteinander“, das er als Vertreter der Erzdiözese sehr schätze.
Der Katholikenrat wählte nicht nur einen neuen Vorstandsvorsitzenden, sondern mit Romana Frost auch eine erste stellvertretende Vorsitzende; zweiter stellvertretender Vorsitzender bleibt Werner Attenberger. In den Vorstand gewählt wurden darüber hinaus Johannes Engel, Valerie Gastager, Uwe Globisch, Elvira Holzmayr-Goppel und Anto Tadic; amtliche Mitglieder des Vorstands sind zudem Sabine Adolph, Benedikt Breil, Jutta Ellmauer, Stephanie Lemke und Dekan David Theil. (glx/ra)