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Gemeinsam gut entscheiden: Gremien in der Erzdiözese
Einen guten, konstruktiven Dialog zu führen, bei Entscheidungen möglichst viele Perspektiven einzubeziehen, unterschiedliche Stimmen zu wich...
Kardinal Reinhard Marx hat den am 8. Juni in München im Alter von 94 Jahren verstorbenen Hans Maier am Mittwoch, den 17. Juni, im Münchner Liebfrauendom noch einmal gewürdigt. Der Erzbischof erinnerte in seiner Predigt im Pontifikalrequiem an die Tradition katholischer Aufklärung und zitierte den Königsberger Philosophen Immanuel Kant: „Denke selbst nach!“
Das sei genau das, was auch heute nötig sei, so Marx: „Lass nicht andere für dich denken, nicht die Künstliche Intelligenz, nicht die politischen Ideologien, keine Schwätzer, die uns hereinlegen wollen, sondern: Denke selbst!“ Dafür brauche man Kraft und Bildung, und aus diesem Grund sei das Thema Bildung eine entscheidende Frage für die Zukunft. „Das war auch für Hans Maier immer klar“, erklärte der Kardinal und betonte: „Ein katholischer Christ muss sich vor dem Denken nicht ängstigen. Im Gegenteil!“
Der Erzbischof beschrieb den Verstorbenen in seiner Predigt als „offenen, neugierigen Menschen, in alle Bereiche hinein, ein Professor und Politiker, der aber auch wusste, was das Evangelium sagt: dass wir immer wieder neu aufbrechen müssen“. Hans Maier sei ein liberaler Katholik gewesen, so Marx – „nicht im parteipolitischen Sinne, sondern ein freier Mensch, wenn auch nicht ungebunden, immer wieder hineingestellt in den Weg der Kirche, ringend, auch mit dem Weg der Kirche. Aber doch ein freier Mensch.“
Viele in Politik und Gesellschaft würden in diesen Tagen merken, was sie an Personen verlieren, die aus dem Geist des katholischen und christlichen Glaubens die Welt gestalten wollten, und was es bedeute, „mit einer solchen Weite und Tiefe, mit einem solchen Engagement, mit einer solchen inneren Unruhe, aber auch Beständigkeit unermüdlich daran zu arbeiten, dass die Welt die Wohnung Gottes bleibt“. Hans Maier habe immer darauf gehofft und daran geglaubt, dass die Fülle des Lebens jetzt beginne, so der Kardinal: „Dafür hat er immer hart gearbeitet – im Bereich der Politik, der Gesellschaft, der Kultur, der Kirche und der Musik.“ (hor/ra)
Hans Maier wurde am 18. Juni 1931 in Freiburg im Breisgau geboren. Er war von 1970 bis 1986 Bayerischer Kultusminister und ab 1988 bis 1999 Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Von 1976 bis 1988 war der engagierte Katholik außerdem Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.