München, 25. Oktober 2026. Die Katholische Kirche ist nach Ansicht von Kardinal Reinhard Marx eine der wenigen Kräfte weltweit, die noch auf der Seite der menschlichen Rechte und des Multilateralismus steht. „Die Kirche setzt sich unermüdlich für die universale Menschheit und die Würde des Menschen ein. Sie steht dafür, dass wir zusammengehören, dass Jesus ein Bruder aller Menschen ist und dass wir Getauften in besonderer Weise diesen Weg zu gehen haben“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntagnachmittag, 25. Oktober, bei einem Gottesdienst in St. Michael in München, in dem er 22 Erwachsenen die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie spendete.
Die Getauften würden in eine Gemeinschaft eintreten, so Marx, die universal sei und keine Grenzen kenne. „Für uns Christen gibt es nur noch Brüder und Schwestern, die auf einer Höhe mit uns stehen. Wir erhöhen und nicht über andere“, betonte er. Es sei wichtig zu erkennen, dass mit Jesus von Nazareth die Finsternis vorbeigehe. Er sei fest davon überzeugt, so der Kardinal, dass die wichtigste Aufklärung, die Europa je erlebt habe, der Augenblick gewesen sei, als Paulus von Kleinasien nach Europa übersetzt habe. „Da kam wirkliches Licht in die Welt und kein egoistisches Sich-Selbst-Bespiegeln, kein bloßes Schauen auf die eigenen Vorteile und auf technische Möglichkeiten, die man zu Geld machen kann, sondern die eine große Wahrheit: Ich bin das Licht, und die Finsternis weicht!“ Alle Christinnen und Christen seien miteinander unterwegs und hätten den Menschen viel zu geben, so Marx.
Mit Blick auf die Erwachsenen, denen er an diesem Nachmittag die drei Sakramente spendete, betonte er, wie er sich freue, dass so viele Menschen auf den Weg kommen und erkennen würden, dass der neue Bund wie eine Familie sei. „Ich wünsche mir, dass Sie immer wieder neu erfahren, dass wir aufgeklärte Menschen sind und dass das Licht in uns leuchtet. Dass in Ihrem Herzen die Taufe, die Firmung und die Eucharistie lebendig bleiben, Ihnen Rückenwind gibt, Freundschaft und eine Hoffnung, die unzerstörbar ist.“ Die drei Sakramente seien das Zeichen dafür, dass das Reich Gottes angebrochen sei. „Brot und Wein werden verwandelt. Der Himmel berührt die Erde. Wir sitzen an seinem Tisch. Diese drei Sakramente sind ein Bund, der viel tiefer geht als ein bloßer Vertrag, den wir gegenseitig abschließen. Dieser Bund wird in Euren Herzen geschlossen“, unterstrich der Kardinal.
Die zehn Frauen und zwölf Männer im Alter zwischen 17 und 60 Jahre waren in den vergangenen Monaten in der Glaubensorientierung der Erzdiözese in St. Michael auf den Empfang der Sakramente vorbereitet worden. Sie wurden in die kirchliche Gemeinschaft eingeführt, lernten die Heilige Schrift und den Gottesdienst kennen. In Gruppen- wie auch Einzelgesprächen setzten sie sich mit dem christlichen Glauben auseinander und reflektierten ihren individuellen Glaubensweg. Zu diesem Kurs hatten sich mehr als doppelt so viele Anwärter wie im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres angemeldet. (hor)