Auf einer abendlichen Straße reitet eine Frau in einer Rüstung und mit Helm und rotem Mantel auf einem weißen Pferd über eine Münchner Straße. Hinter ihr gehen Kinder und Erwachsene mit Laternen.
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Laternen und eine Reiterin hoch zu Ross: Das Martinsspiel lockt jedes Jahr Jung und Alt.

Sankt Martin: Vorbild der Nächstenliebe

Fast jeder kennt die Geschichte von Martin und seinem Mantel. Der Heilige gilt als Vorbild an Nächstenliebe und rund um seinen Todestag am 11. November gedenken wir seiner mit Laternenumzügen, Feuer, Gebäck und Gesang.

Die Legende von Heiligen Martin

Der damals 17-jährige Martin, der als Soldat der römischen Armee im französischen Amiens stationiert war, teilte im Jahr 334 mit seinem Schwert seinen Mantel, um einem frierenden Bettler vor dem Stadttor zu helfen. In der folgenden Nacht erschien ihm Christus im Traum. In das zerschnittene Kleidungsstück gehüllt, sagte er: „Martinus hat mich mit diesem Mantel bekleidet.“ Im Jahr darauf ließ sich Martin taufen.

Nachdem Martin die Armee verlassen hatte, lebte und wirkte er unter anderem in der Gegend von Poitiers. Er gründete ein Kloster, um Mönch zu werden. Um 372 wurde er von Volk und Klerus zum Bischof von Tours, der Nachbardiözese von Poitiers, gewählt. Der Überlieferung nach wollte er das Amt zunächst nicht annehmen, da er sich nicht würdig genug dafür fühlte, und versteckte sich in einem Gänsestall, wo ihn die schnatternden Vögel verrieten.

Martin blieb fast 30 Jahre lang Bischof und kümmerte sich insbesondere um die Armen und um die Verkündigung des Evangeliums. Er starb am 8. November 397 und wurde am 11. November – dem heutigen Martinstag – begraben. Er wurde nie formal heilig gesprochen, sondern wegen der spontanen und einhelligen Verehrung des Volkes und der Ortskirche als Heiliger anerkannt.

Martin gilt als der Schutzheilige der Armen, Bettler, Reisenden und der Reiter. Er ist zudem der Schutzpatron Frankreichs und der Slowakei.