Vor einer kleinen Kirche im Sonnenschein tragen Messdiener einen Baldachin und zwei Kerzen in Laternen an langen Stangen. Dahinter stehen Männer in dunklen Anzügen und ein Mann sitzt im Rollstuhl.
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Beim „1. Kieferer Fest“ wird jedes Jahr Anfang Mai in Kiefersfelden der Weihe der Pfarrkirche Hl. Kreuz mit einer Prozession gedacht.

Kirchweih: Haben etwa alle Kirchen am selben Tag Geburtstag?

Alles Gute zum Geburtstag! Das wünschen wir unserer Kirche, wenn wir im Oktober Kirchweih feiern. Warum das ein ganz besonderer Tag ist, was wir an Kirchweih eigentlich genau feiern und wie dieses Fest entstanden ist, erklären wir hier.

Jeder Mensch hat einen Geburtstag. Und der wird zu Recht gefeiert. Die Feier zeigt die Freude der Mitmenschen darüber, dass dieser Mensch – genau dieser Mensch, wie es ihn kein zweites Mal gibt, gegeben hat oder geben wird – auf dieser Welt da ist. Der Geburtstag ist die festliche Erinnerung an das „In-der-Welt-sein“.

Eben noch nicht da und jetzt da – gilt das nicht für alles in der Welt?

Dass etwas in der Welt entsteht, das eben noch nicht da war, gilt allerdings nicht nur für Menschen: Ideen werden geboren, Dinge werden entwickelt, Pflanzen sprießen aus der Erde, Tiere werden geboren oder schlüpfen aus dem Ei und Häuser werden gebaut. Auch das Kirchengebäude hat eine Entstehungsgeschichte. An der Kirche wurde lange gebaut und an einem Tag war sie dann fertig. Jetzt konnten Menschen sie betreten und sie konnte für Gottesdienste genutzt werden.

Das Kirchengebäude hat einen Namen bekommen, so wie jeder Mensch einen Namen bekommt. Meist ist eine katholische Kirche nach einem oder einer beliebten Heiligen benannt. Diese Person hatte für die Bewohner dieser Region eine besondere Bedeutung oder hat sogar dort gelebt. Die Kirche bekam vielleicht auch Glocken für den Kirchturm, damit man nicht nur sehen, sondern auch hören könnte, dass hier ein Ort entstanden ist, an dem Gott einlädt, sich Zeit zu nehmen für seine frohe Botschaft.

Eine gerahmte Urkunde in lateinischer Sprache mit der Unterschrift von Kardinal Julius Döpfner.
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So etwas wie eine „Geburtsurkunde“: die Weiheurkunde der Kirche St. Bartholomäus in Deisenhofen.

Und weil eine Kirche kein ganz gewöhnliches Haus ist, wurde das Kirchengebäude feierlich eingeweiht. Das heißt, es gab ein großes Fest mit viel Musik und vielen Menschen, bei dem der Bischof feierlich den Altar geweiht hat und für alle deutlich wurde: Jetzt ist dieses Haus ein Haus Gottes. Hierher kommen Menschen, um Gott zu loben und zu bitten und sich ihm ganz nah zu fühlen. Dieser Tag war somit der Geburtstag dieser Kirche. In manchen Kirchen hängt noch ein feierliches Dokument, auf dem das Datum nachzulesen ist.

Haben alle Kirchen am gleichen Tag Geburtstag?

In unserer Diözese feiern wir den Kirchweih-Tag, also den Kirchengeburtstag, immer am dritten Sonntag im Oktober. Doch ganz sicher wurden nicht alle Kirchen an diesem Tag geweiht. Dass an diesem Tag gefeiert wird, hat andere Gründe.

Manche Kirchen sind schon so alt, dass niemand mehr weiß, wann die Kirche eingeweiht wurde. Aber niemand ist zu alt, um Geburtstag zu feiern, und so gibt es ein gemeinsames Fest an dem festgelegten Kirchweihtag.

In einem Stadl, in dem im Hintergrund Männer, Frauen und Kinder auf Bierbänken sitzen, stehen und sitzen im Vordergrund Erwachsene und viele Kinder auf einer an der Decke aufgehängten schwankenden Holzbalken.
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Die Tradition der Kirta-Hutschn ist vor allem in Oberbayern lebendig, wie hier in Sauerlach-Arget.


Früher hat jedes Dorf tatsächlich den Kirchweihtag der eigenen Kirche gefeiert, soweit er bekannt war. Das war dann manchmal in Dorf A an dem einen Sonntag und in Dorf B am Sonntag darauf. Und weil die Dörfer nicht weit auseinander lagen, hat man sich besucht und miteinander gefeiert. Ein Fest ist deshalb schön, weil es etwas Besonderes ist. Mit diesen vielen Festen hintereinander war es aber bald zu viel der Feierei. So wurde im Jahr 1866 die „Allerweltskirchweih“ für alle Pfarreien einmal im Jahr festgelegt.

Und wie feiert die Kirche ihren Geburtstag?

Unsere Geburtstagsfeste unterscheiden sich nicht allzu sehr vom Kirchengeburtstag. Auch an Kirchweih gibt es:

Am Zwiebelturm einer Kirche flattert eine rote Fahne mit weißem Kreuz.
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Die rot-weiße Fahne zu Kirchweih erinnert an den Zöllner Zachäus.
  • Etwas Besonderes zu essen: die Kirchweihnudeln oder der Gänsebraten
  • Außergewöhnliche Spiele: die Kirta-Hutschn
  • Festmusik und Tanz
  • Besonderer Schmuck: die rot-weiße Kirchweihfahne weht am Kirchturm und erinnert an Zachäus. Laut dem Lukasevangelium (Lk 19,1-10) wollte er unbedingt Jesus sehen und stieg dafür auf einen Baum. Diese Geschichte wird im Kirchweihgottesdienst vorgelesen.
  • Und Geschenke? Die braucht das Kirchengebäude nicht. Aber für die Kirche und für Gott ist eines ohnehin das größte Geschenk:
  • Willkommene Gäste: Du und ich!

Alles Gute zum Geburtstag, liebe Kirche!