Zehn Frauen und zwölf Männer im Alter zwischen 17 und 60 Jahre – und damit mehr als doppelt so viele Anwärterinnen und Anwärter wie im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres – haben sich in den vergangenen Monaten in der Glaubensorientierung der Erzdiözese in St. Michael in München auf den Empfang der Sakramente vorbereitet. Sie wurden in die kirchliche Gemeinschaft eingeführt, lernten die Heilige Schrift und den Gottesdienst kennen. In Gruppen- wie auch Einzelgesprächen setzten sie sich mit dem christlichen Glauben auseinander und reflektierten ihren individuellen Glaubensweg.
Und nun war es so weit: Kardinal Reinhard Marx spendete bei einem Gottesdienst in St. Michael den 22 Erwachsenen die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie. 15 der Täuflinge kommen aus Deutschland, die anderen sieben aus Bulgarien, Portugal, Kroatien, Marokko, Türkei, Russland und Indien. Wegen der hohen Nachfrage geschah dies in diesem extra Gottesdienst, nachdem die bisherigen Kandidatinnen und Kandidaten in den Sonntagsgottesdiensten ihrer Gemeinde oder im Rahmen von Osternachtfeiern getauft worden waren.
Der Erzbischof betonte, wie er sich freue, dass so viele Menschen auf den Weg kommen und erkennen würden, dass der neue Bund wie eine Familie sei. „Ich wünsche mir, dass Sie immer wieder neu erfahren, dass wir aufgeklärte Menschen sind und dass das Licht in uns leuchtet. Dass in Ihrem Herzen die Taufe, die Firmung und die Eucharistie lebendig bleiben, Ihnen Rückenwind gibt, Freundschaft und eine Hoffnung, die unzerstörbar ist.“
Die drei Sakramente seien das Zeichen dafür, dass das Reich Gottes angebrochen sei. „Brot und Wein werden verwandelt. Der Himmel berührt die Erde. Wir sitzen an seinem Tisch. Diese drei Sakramente sind ein Bund, der viel tiefer geht als ein bloßer Vertrag, den wir gegenseitig abschließen. Dieser Bund wird in Euren Herzen geschlossen“, unterstrich der Kardinal.
Kardinal Reinhard Marx„Die Kirche setzt sich unermüdlich für die universale Menschheit und die Würde des Menschen ein.“
Die Getauften treten laut Kardinal Marx in eine Gemeinschaft ein, die universal ist und keine Grenzen kennt. „Für uns Christen gibt es nur noch Brüder und Schwestern, die auf einer Höhe mit uns stehen. Wir erhöhen uns nicht über andere“, betonte er. Es sei wichtig zu erkennen, dass mit Jesus von Nazareth die Finsternis vorbeigehe.
Er sei fest davon überzeugt, dass die wichtigste Aufklärung, die Europa je erlebt habe, der Augenblick gewesen sei, als Paulus von Kleinasien nach Europa übergesetzt habe. „Da kam wirkliches Licht in die Welt und kein egoistisches Sich-Selbst-Bespiegeln, kein bloßes Schauen auf die eigenen Vorteile und auf technische Möglichkeiten, die man zu Geld machen kann, sondern die eine große Wahrheit: Ich bin das Licht, und die Finsternis weicht!“ Alle Christinnen und Christen seien miteinander unterwegs und hätten den Menschen viel zu geben.
Heute ist Marx zufolge die Katholische Kirche eine der wenigen Kräfte weltweit, die noch auf der Seite der menschlichen Rechte und des Multilateralismus steht. „Die Kirche setzt sich unermüdlich für die universale Menschheit und die Würde des Menschen ein. Sie steht dafür, dass wir zusammengehören, dass Jesus ein Bruder aller Menschen ist und dass wir Getauften in besonderer Weise diesen Weg zu gehen haben." (hor/ra)
Leitung: Dr. Gabriela Grunden
Maxburgstraße 1
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