„Das Ehejubiläum ist ein Fest des Lebens“

Kardinal Reinhard Marx feiert Festgottesdienst mit über 550 Ehejubilaren in Münchner Dom

München, 11. Oktober 2026. Kardinal Reinhard Marx hat die Liebe und Treue von Ehepaaren als Zeichen der Hoffnung für Kirche und Gesellschaft gewürdigt. „Wir brauchen gerade heute in dieser turbulenten Zeit solche Zeugnisse der Hoffnung“, sagte der Erzbischof von München und Freising bei einer feierlichen Bischofsmesse am Sonntag, 11. Oktober, im Münchner Dom. Zugleich ermutigte Marx die Ehepaare, auch angesichts von Krankheiten, Alter und anderen Bedrängnissen des Lebens gemeinsam Zuversicht zu bewahren, einander zu helfen und zu stützen.

Der Erzbischof feierte den Festgottesdienst zusammen mit über 550 Ehepaaren, die in diesem Jahr zwischen zehn und 70 Jahre verheiratet sind. Das Jawort zweier Menschen sei eine freie Entscheidung, die sich weder erzwingen noch kaufen lasse, betonte der Kardinal. „Davon lebt die ganze Welt, von diesem Jawort, das man nie erzwingen kann.“ Die Entscheidung, einander zu lieben, zusammenzubleiben und eine Familie zu gründen, sei für Gesellschaft, Kirche und Menschheit lebensnotwendig. Mit ihr verbinde sich die Hoffnung, dass die Turbulenzen der Welt, die Mächtigen und die Kriegsherren niemals das letzte Wort behielten. „Wir haben den langen Atem einzubringen mit unserem Jawort, mit dem Fest des Lebens“, so Marx. „Die Hochzeit ist ein Jawort zum Leben.“

Das biblische Bild der Hochzeit verdeutliche die Verbundenheit Gottes mit den Menschen, erläuterte Marx. „Ein Jawort ist die Grundlage und die Grundlage ist die Liebe.“ Der Ehebund stelle zeichenhaft dar, wie dieser Bund zwischen Gott und den Menschen sein solle. „Das Jawort begründet eine neue Wirklichkeit“, sagte der Kardinal. Wenn zwei Menschen einander ihre Liebe erklärten, entstehe etwas Neues und öffne sich ein gemeinsamer Lebensraum mit all seinen Möglichkeiten und Gefährdungen. An die Jubelpaare gewandt bekräftigte Marx: „Aber Ihr Jawort steht.“

Das biblische Bild der Hochzeit stehe zugleich für die Verbundenheit Gottes mit den Menschen. Die Grundlage dieses Bundes sei die Liebe; der Ehebund bringe sie zeichenhaft zum Ausdruck. Im Sakrament der Ehe werde deutlich, dass die Eheleute auf ihrem gemeinsamen Weg von Gott begleitet würden. Auch dort, wo Menschen an ihren eigenen Vorhaben scheiterten, gelte: „Seine Barmherzigkeit ist größer.“ Diese Zusage der Nähe Gottes solle auch im Segensgebet für die Ehepaare zum Ausdruck kommen.

Zum Abschluss seiner Predigt unterstrich Marx, dass Gottes Einladung zum Fest des Glaubens und des Lebens allen Menschen gelte. „Gott ist ein Gott des Lebens. Gott ist ein Freund des Lebens. Gott ist ein Freund der Liebe. Er ist die Liebe.“

Viele der über 550 anwesenden Ehepaare feiern 2026 ein besonderes Ehejubiläum. Vier Paare sind bereits seit 70 Jahren verheiratet, feiern also die Gnadenhochzeit, 55 Paare nach 65 Jahren die Eiserne Hochzeit, 138 Paare feiern nach 60 Jahren die Diamantene Hochzeit sowie 183 Paare nach 50 Jahren die Goldene Hochzeit. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten alle Ehepaare einen Einzelsegen empfangen. (rs)

Hinweis: Bildmaterial des Festgottesdienstes stehen in Kürze auf www.erzbistum-muenchen.de zur Verfügung.

 

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