Ohlstadt, 10. Oktober 2026. Kardinal Reinhard Marx ist überzeugt, dass die Kirche unterschiedliche Perspektiven auf Synodalität „gut miteinander in Verbindung bringen kann“. In seinem Bericht bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats am Freitag, 9. Oktober, in Ohlstadt kündigte der Erzbischof von München und Freising an, am 13. März kommenden Jahres auf einer Diözesanversammlung in Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Synodalen Weges und dem Abschlussdokument der Weltsynode erstmals einen Rechenschaftsbericht abzulegen und Ziele für die nächsten Jahre bekannt zu geben, zu denen er im darauffolgenden Rechenschaftsbericht Stellung nehmen wird. Die Diözesanversammlung wird sich aus den beratenden Gremien des Erzbischofs zusammensetzen, unter Anderem der Vollversammlung des Diözesanrats, beratenden Gremien des Erzbischofs und weiteren Interessenvertreterinnen und -vertretern aus dem Erzbistum. Marx betonte, dass er auch in schwierigen Zeiten Hoffnung für die Kirche habe. Die Kirche „ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut. Wir bleiben weiter gemeinsam auf hoher See unterwegs.“
Auf globaler wie auf diözesaner Ebene gehe die Gesellschaft und mit ihr die Kirche nach Ansicht des Kardinals durch bedrückende Zeiten. Das Bekanntwerden des Ausmaßes des sexuellen Missbrauchs in der Kirche und der Rückgang der Mitgliederzahlen – somit langfristig auch der finanziellen Mittel – hätten viele Reformen notwendig gemacht, die für Ehrenamtliche manchmal schmerzhaft seien. Marx zeigte sich beeindruckt, dass in den letzten Jahren „ein neuer Wille, jetzt auch unter diesen Umständen Kirche zu sein“ gewachsen sei. In den Pfarreien und in den Gremien stelle er „neue Aktivität, neues Selbstbewusstsein“ fest und eine Einstellung, die „nicht resignativ ist, sondern positiv.“ In seiner eigenen Tätigkeit habe sich „durch die Dekanatsreform und die Reform unserer Arbeitsweise“ eine „viel intensivere Kommunikation durch die Ebenen“ eingestellt. „Das Rückgrat“ ist nach Überzeugung von Marx schließlich „die Kirche vor Ort, in der die Sakramente gefeiert werden und die jungen Menschen an den Glauben herangeführt werden“. Mit den Haupt- und Ehrenamtlichen in der Fläche gelte es, in einem engen Kontakt zu bleiben. Der Erzbischof bedankte sich außerdem bei den bisherigen Delegierten und Vorstandsmitgliedern des Diözesanrats für ihre Arbeit: „Dafür ein herzliches Vergelt‘s Gott“.
Der Diözesanrat ist das oberste Laiengremium der Erzdiözese. In die Vollversammlung werden Delegierte der Dekanatsräte sowie der katholischen Verbände und Organisationen entsandt. Bei der Herbstvollversammlung wurde in diesem Jahr außerdem an den beiden Versammlungstagen am 9. und 10. Oktober ein neuer Vorstand gewählt. Kardinal Marx feierte mit den rund 170 Delegierten einen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius in Ohlstadt. (fho)