Vier neue Diakone für das Erzbistum geweiht

Feierliche Bischofsmesse im Münchner Liebfrauendom / Drei neue Diakone mit Zivilberuf, einer im Hauptberuf

München, 26. September 2026. Kardinal Reinhard Marx hat die Bedeutung und Ambivalenz der Sprache hervorgehoben: „Würde, Größe und Elend des Menschen sind eng verbunden mit einer wunderbaren Fähigkeit, die uns zu Menschen macht: der Sprache, der Kommunikation“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstag in seiner Predigt beim feierlichen Gottesdienst, in dem er vier Männer zu Ständigen Diakonen weihte. Sprache ermögliche Verständigung und Gemeinschaft, könne aber auch zerstören – durch Lüge, Hass, Fake News und Gewaltrede, so Marx.

Gott sei kein schweigender Gott, betonte Marx mit Blick auf den Beginn der Heiligen Schrift: „Und Gott sprach.“ Die biblische Botschaft lade den Menschen ein, auf Gottes Ruf zu antworten. An die Weihekandidaten gewandt sagte der Kardinal, sie hätten diesen Ruf ernst genommen und mit ihrem Ja-Wort beantwortet. Das Wort Gottes sei dabei „kein Text“, sondern eine Person: Christus. Entscheidend sei deshalb das Hören, Stillwerden und Beten – in der Haltung des Samuel: „Rede, Herr, dein Diener hört.“

Aus diesem Hören folge der Dienst, sagte Marx. Diakone müssten die Kirche immer neu an den Blick Jesu auf Arme, Kranke, Schwache, Ausgebeutete, Verwundete und Kriegsopfer erinnern. „Der Menschensohn ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen“, zitierte der Kardinal das Evangelium. Eine Kirche, die Christus folgen wolle, dürfe an der Not der Menschen nicht vorbeigehen.

Zu Diakonen geweiht wurden:

Stefan Reinbrecht ist 54 Jahre alt und lebt in Kiefersfelden (Landkreis Rosenheim). Der ledige Bankkaufmann wird in Zukunft als Diakon im Hauptberuf im Pfarrverband Rohrdorf (Landkreis Rosenheim) tätig sein.

Andreas Schleinkofer lebt in Hallbergmoos (Landkreis Freising). Der 46-jährige Redakteur und Systemcoach ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wird als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Hallbergmoos eingesetzt.

Clemens Schwarz ist EDV-Kaufmann und IT-Security-Officer. Der verheiratete 54-Jährige wohnt in Freising und ist Vater eines Kindes. Er wird als Diakon mit Zivilberuf in den Pfarrverbänden Zolling und Langenbach (Landkreis Freising) wirken.

Joachim von der Beek ist Arzt und lebt in Garmisch-Partenkirchen. Der verheiratete Vater zweier Kinder wird am Tag vor der Diakonenweihe 61 Jahre alt. Als Diakon mit Zivilberuf wird er im Pfarrverband Zugspitze seinen Dienst tun.

Im Erzbistum München und Freising werden mit den vier neuen Diakonen insgesamt 287 Ständige Diakone tätig sein. 111 von ihnen wirken als hauptberufliche Diakone, 52 als Diakone mit Zivilberuf. 124 Ständige Diakone sind bereits im Ruhestand, viele von ihnen unterstützen jedoch weiterhin in der Seelsorge. 16 weitere Männer befinden sich derzeit in Ausbildung und drei im Aufnahmeverfahren. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte die Diakonenweihe in den 1960er-Jahren als eigene Stufe des Weihesakramentes neben der Priester- und der Bischofsweihe erneuert. „Diakonos“ ist das griechische Wort für „der Dienende“. Diakone widmen sich neben ihren liturgischen Aufgaben vor allem dem Dienst am Menschen und der Sorge für Bedürftige. Insbesondere Diakone mit Zivilberuf sind auch in ihrer Arbeitsumgebung als Seelsorger präsent. (glx)