Kardinal Reinhard Marx hält ein langjähriges Ehepaar an den Händen, dem er zuvor den Segen gespendet hatte
Lade Bild...
Dieses Goldhochzeitspaar hat sich wirklich ein „Jawort für das Leben“ gegeben: Kardinal Marx segnete es wie rund 550 andere bei der traditionellen Ehepaarsegnung im Dom.
Zurück

Ein Segen für segensreiche Ehejahre

Vor einem halben Leben haben sich manche Paare das Ehegelübde gegeben. Nun, mit einer Menge Erinnerung und oft im Beisein ihrer Familien, haben mehr als 550 von ihnen im Münchner Dom den Segen unseres Erzbischofs empfangen.

Die Seite an Seite miteinander verbrachte gemeinsame Zeit ist nach Ansicht unseres Erzbischofs ein wichtiges Zeichen, das weit über die Paare und ihre Familien hinaus seine Wirkung entfaltet. Kardinal Reinhard Marx würdigte die Liebe und Treue von Ehepaaren als Zeichen der Hoffnung für Kirche und Gesellschaft. „Wir brauchen gerade heute in dieser turbulenten Zeit solche Zeugnisse der Hoffnung“, sagte der Erzbischof von München und Freising bei einer feierlichen Bischofsmesse am Sonntag, 11. Oktober, im Münchner Dom. Zugleich ermutigte Marx die Ehepaare, auch angesichts von Krankheiten, Alter und anderen Bedrängnissen des Lebens gemeinsam Zuversicht zu bewahren, einander zu helfen und zu stützen.

Der Erzbischof feierte den Festgottesdienst zusammen mit mehr als 550 Ehepaaren, die in diesem Jahr zwischen zehn und 70 Jahre verheiratet sind. Das Jawort zweier Menschen sei eine freie Entscheidung, die sich weder erzwingen noch kaufen lasse, betonte der Kardinal. „Davon lebt die ganze Welt, von diesem Jawort, das man nie erzwingen kann.“ Die Entscheidung, einander zu lieben, zusammenzubleiben und eine Familie zu gründen, sei für Gesellschaft, Kirche und Menschheit lebensnotwendig. Mit ihr verbinde sich die Hoffnung, dass die Turbulenzen der Welt, die Mächtigen und die Kriegsherren niemals das letzte Wort behielten. „Wir haben den langen Atem einzubringen mit unserem Jawort, mit dem Fest des Lebens“, so Marx. „Die Hochzeit ist ein Jawort zum Leben.“

„Das Jawort begründet eine neue Wirklichkeit.“

Kardinal Reinhard Marx

 

Das biblische Bild der Hochzeit verdeutliche die Verbundenheit Gottes mit den Menschen, erläuterte Marx. „Ein Jawort ist die Grundlage und die Grundlage ist die Liebe.“ Der Ehebund stelle zeichenhaft dar, wie dieser Bund zwischen Gott und den Menschen sein solle. „Das Jawort begründet eine neue Wirklichkeit“, sagte der Kardinal. Wenn zwei Menschen einander ihre Liebe erklärten, entstehe etwas Neues und öffne sich ein gemeinsamer Lebensraum mit all seinen Möglichkeiten und Gefährdungen. An die Jubelpaare gewandt bekräftigte Marx: „Aber Ihr Jawort steht.“

Zum Abschluss seiner Predigt unterstrich Marx, dass Gottes Einladung zum Fest des Glaubens und des Lebens allen Menschen gelte. „Gott ist ein Gott des Lebens. Gott ist ein Freund des Lebens. Gott ist ein Freund der Liebe. Er ist die Liebe.“

Viele der anwesenden Ehepaare feiern 2026 ein besonderes Ehejubiläum. Vier Paare sind bereits seit 70 Jahren verheiratet, feiern also die Gnadenhochzeit, 55 Paare nach 65 Jahren die Eiserne Hochzeit, 138 Paare feiern nach 60 Jahren die Diamantene Hochzeit sowie 183 Paare nach 50 Jahren die Goldene Hochzeit. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten alle Ehepaare einen Einzelsegen empfangen. (rs/uq)