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Unsere Serie „Moment amoi“ dreht sich darum, mit kleinen Ritualen Lichtmomente im Alltag zu setzen.

Dunkelheit in einem neuen Licht sehen – und damit das ganze Leben

Nun hat die dunkle Jahreszeit begonnen, und das ist für viele erst einmal keine gute Nachricht. Umso mehr lohnt es sich, einmal die Perspektive zu wechseln: In dieser „Moment amoi“-Folge öffnen wir die Augen für die Dunkelheit. Indem wir Kinder für Hell und Dunkel sensibilisieren, machen wir sie stark fürs Leben.

Unser Leben ist geprägt vom Wechsel einander bedingender Pole. Tag und Nacht bestimmen unseren Schlaf- und Wachrhythmus, und auch die Jahreszeiten beeinflussen unsere Aktivitäten. Unser Leben orientiert sich an den Gesetzmäßigkeiten der Natur: Wir erleben den Tag als Licht im Gegensatz zur Nacht und Dunkelheit, Bewegung im Gegensatz zu Ruhe und Entspannung.

Heute beschäftigen wir uns in unserer „Moment amoi“-Serie damit, wie wir unsere Wahrnehmung für diese Grunderfahrung von Licht und Dunkelheit schärfen können.

Resilienz: Licht und Dunkelheit bewusst wahrnehmen

Wir alle kennen den positiven Effekt des Tageslichts. Scheint die Sonne, geht es uns gut. Positiv zu bleiben ist aber nicht immer einfach, gerade wenn die Nebelschwaden über das Land ziehen, das Sonnenlicht nicht zu uns durchdringt und die Sorgen der Welt zu groß erscheinen.

Die Sehnsucht nach dem Licht ist groß, und wir nützen gerne den technischen Fortschritt, um im Licht zu bleiben. Lichterketten im Haus und Garten, blinkende Dekorationen – unsere Welt wird künstlich erhellt. Ein Gegenpol zu den ständigen Bedrohungen, zu den Dunkelheiten des Lebens entsteht. Der Unterschied zwischen Hell und Dunkel verschwimmt zusehends.

Um das Licht wahrzunehmen, brauchen wir die Erfahrung der Dunkelheit. Kinder für Hell und Dunkel, für Tag und Nacht, für Freud und Leid zu sensibilisieren, bedeutet, sie stark für das Leben zu machen. Die Dunkelheit zu spüren und darauf zu vertrauen, dass der Tag wiederkommt und das Licht zurückkehrt – das ist gelebte Resilienz. Licht durchbricht die Dunkelheit. Das ist eine der elementarsten Erfahrungen des Lebens. Und auch zu wissen: Irgendwann endet jede Dunkelheit.

Mit kleinen Impulsen können Kinder sich spielerisch mit Licht und Dunkelheit auseinandersetzen. Ein Beispiel ist der bewusste Verzicht auf elektrisches Licht in den Übergangszeiten des Tages. Die Dämmerung kurz spüren und aushalten, ohne sofort das Licht anzuschalten. Oder das Licht und die Wärme einer Kerze beim Abendessen bewusst wahrnehmen und einen Moment innehalten.

Mit älteren Kindern können wir auch über das Licht im übertragenen Sinne sprechen:

Leben wir alle im Licht?

Gibt es dunkle Momente in unserem Leben?

Wann sehnen wir uns nach einem Lichtblick?

Wir können am Abend ein Kerzenlicht ins Fenster stellen und dabei an alle denken, die gerade ein Zeichen der Hoffnung brauchen. Auch die Bibel bietet viele Geschichten des Lichts. Erzählungen von Lichtgestalten wie etwa der Heiligen Lucia regen die Vorstellungskraft der Kinder an.

Wir gestalten ein Lichtbild mit den Kindern

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Mit dieser Maltechnik entdecken Kinder die Kontraste von Licht und dunkel – und es entstehen wunderschöne Kunstwerke.

Dass Licht und Dunkelheit zusammengehören, können Kinder auch kreativ erleben. Das Kind malt zunächst mit gelben Wachsmalkreiden ein Bild auf das Papier. Anschließend wird die Zeichnung großflächig mit schwarzer oder dunkelblauer Wasserfarbe übermalt – dafür eignet sich auch ein Schwamm gut. Erst wenn die Farbe getrocknet ist, bricht das gelbe Licht der Wachsmalkreiden durch die dunkle Schicht hindurch.

Die Kinder erfahren so sinnlich: Licht durchbricht die Dunkelheit. Für jüngere Kinder ist diese einfache Erfahrung bereits wertvoll. Ältere Kinder können ihr Bild mit Lichtsymbolen wie Sternen oder einer Kerze gestalten und dabei eigene Wünsche oder Hoffnungen einbringen.

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„In der Dunkelheit fühl’ ich mich allein,
die Sorgen machen mich klein.
Doch ich kenn’ die Nacht
und geb' ihr keine Macht.
Sonne, Mond und Sterne,
ihr Licht leuchtet in der Ferne.
Gib mir Kraft und Mut,
Gottes Licht, du tust mir gut.“

Gebet (Barbara Jaud)

Religionspädagogik im Elementarbereich

Kapellenstraße 4

80333 München

089 2137-1660

Barbara Jaud

Sachreferentin

089 2137-1640